Wiener Mieten liegen im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld

Im derzeit laufenden Wahlkampf kam wieder einmal das Thema Mietzinsobergrenze auf. Hudej Zinshäuser hat die Durchschnittsmieten 23 europäischer Großstädte verglichen. Das Ergebnis: Die Wiener Mietpreise pro Quadratmeter Wohnfläche liegen europaweit im unteren Mittelfeld. Noch niedrigere Mieten würden die Bausubstanz gefährden und Besitzer von Vorsorgewohnungen bestrafen.

Wien, September 2017; Bundeskanzler Kern hat im Zuge des Nationalratswahlkampfes das Thema Mietzinsobergrenzen aufgegriffen. Wer in Wien von überteuerten Mieten durch Spekulanten spricht, verkennt allerdings die Realität. Laut einer Marktrecherche von Hudej Zinshäuser liegen die frei vereinbarten Mieten in Wien im unteren Mittelfeld der europäischen Hauptstädte (siehe Grafik, auf Basis von Daten der betreffenden WKÖ-Außenhandelsstellen, exkl. Genossenschafts- und Gemeindewohnungen). „Von überzogenen Mieten kann in Wien keine Rede sein,“ stellt Geschäftsführer Gerhard Hudej fest.

Wenn Obergrenzen, dann auch Untergrenzen

„Wenn man schon über Mietzinsbeschränkungen nach oben diskutiert, dann müsste man fairerweise auch über Untergrenzen sprechen,“ führt Hudej aus. „Es gibt noch immer viele Häuser in Wien mit Durchschnittsmieten von unter 4,- Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Da lässt sich kein Haus vernünftig erhalten.“ Grundsätzlich spricht gegen Obergrenzen aber das Prinzip der freien Marktwirtschaft, führt Hudej aus: „Wenn sich bestimmte Preise bilden, dann heißt das ja gerade, dass es zu Übereinstimmung am Markt gekommen ist. Es gibt also genügend Mieter, für die diese Preise in Ordnung sind, sonst kämen die betreffenden Verträge ja nicht zustande. Für Sozialfälle, die sich marktkonforme Mieten nicht leisten können, gibt es den sozialen Wohnbau. Wenn man der Meinung ist, es gebe zu wenig Wohnraum für sozial Schwache, dann muss man den sozialen Wohnbau verstärken. Aber einer Privatperson oder einem Unternehmen, die mit eigenem, versteuerten Geld und auf eigenes Risiko ein Zinshaus errichtet oder erworben haben, muss es erlaubt sein, die am Markt akzeptierte Miete zu verlangen. Alles andere ist staatliche Preiskontrolle wie im Kommunismus.“

Gefährdung der Gründerzeit-Bausubstanz

Wien profitiert in hohem Maße von der schönen Bausubstanz, die in der Gründerzeit errichtet wurde. Die Erhaltung dieser Gebäude muss durch die Mieterträge gesichert sein. Schon jetzt fällt es Eigentümern oft schwer, die nötigen Maßnahmen durchzuführen, aufgrund unbefristeter Altmietverträge mit Bagatellmieten. Eine weitere Beschränkung der Mieten würde die historische Bausubstanz Wiens daher massiv gefährden.

Schaden für private Vorsorge

Viele Menschen aus dem Mittelstand haben in den vergangenen Jahren ihre Ersparnisse in Vorsorgewohnungen investiert, um sich privat für die Pension abzusichern. Allen diesen Menschen würde man durch weitere Mietzinsbeschränkungen deutliche Einkommenseinbußen zumuten. Mit sozialer Gerechtigkeit hat das wenig zu tun.

Das wahre Problem: die hohe Steuerquote

Falls sich manche Menschen in Wien die Wohnung nur schwer leisten können, so liegt das womöglich weniger an der Höhe der Mieten als an jener des frei verfügbaren Einkommens. Richtig ist, dass die Mietpreise in den letzten Jahren stärker gestiegen sind, als die Einkommen. Wer daraus den Schluss zieht, die Mieten seien überteuert, lässt aber die andere Seite der Medaille außer acht: Aufgrund einer Steuer- und Abgabenquote von über 50 % sind die Netto-Einkommen zu gering. Eine Studie des Beratungsunternehmens ECA International bestätigt dies. Demnach liegt Österreich beim Vergleich des Bruttogehalts eines mittleren Managers an 16. Stelle, beim Netto-Einkommen aber nur auf Rang 20.

 
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